26.04.2017

Schreibmaschine von Enzensberger im Heinz Nixdorf MuseumsForum

Das Werkzeug ist ein wichtiger Teil bei der Entstehung von Kunst. So ist es auch bei Schriftstellern. Ihre Schreibwerkzeuge sagen viel über ihre Arbeitsweise und Schreibtechnik aus, wie eine neue Attraktion im Heinz Nixdorf MuseumsForum belegt. Die Schreibmaschine von Hans Magnus Enzensberger weist den Autor als Freund moderner Technik aus.

"Man musste nicht mehr hämmern", begründet Enzensberger die Anschaffung der IBM, die mit einer revolutionären neuen Technik, dem Kugelkopf, ausgestattet war. Zudem gefiel ihm das schöne Schriftbild, das sich deutlich von dem herkömmlicher Maschinen unterschied.

Nach eigenen Angaben war Enzensberger der erste Autor, der in Deutschland eine Kugelkopfmaschine verwendete. Er hatte sie bereits Anfang der 1960er-Jahre in den USA gesehen und kurz darauf ein erstes Modell gekauft. Das grüne Gerät im HNF ist eine spätere Anschaffung von 1981. Der heute 87-Jährige hatte immer mehrere Schreibmaschinen im Einsatz, darunter auch eine Olivetti-Reiseschreibmaschine. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren seiner Generation hatte er keine Probleme auf die digitale Technik umzusteigen und verwendete bereits recht früh Computer und ist heute im Internet zu Hause.

Der Münchener Schriftsteller begleitet das HNF bereits seit seinen Anfängen. Er schrieb nicht nur eine Ballade über den Computerpionier John von Neumann exklusiv für das HNF, sondern auch einen Text, der die Besucher im Foyer empfängt und auf das Museum einstimmt.

Die Schreibmaschine von Enzensberger ergänzt den Ausstellungsbereich "Schriftseller und ihre Schreibmaschinen", der im Museumsshop kostenfrei zu sehen ist. Ausgestellt sind 13 Schreibmaschinenmodelle, wie sie von berühmten Autoren benutzt wurden. Zu den Originalgeräten gehören die Maschinen von Hans Fallada, Alan Sillitoe, Inge Meysel und nun auch von Hans Magnus Enzensberger.

Mehr Informationen bietet die Seite www.hnf.de/schriftsteller. Dort ist in einem Tondokument auch Enzensberger zu hören, wie er über seine Schreibmaschine berichtet.

Bildunterschrift: Hans Magnus Enzensberger in München an seiner IBM-Kugelkopf (Foto: Jochen Viehoff/HNF)

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