Highlights des Museums

Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011
Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Hier handelt es sich um eine typische Abrechnung über Brotrationen. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. ca. 2350-2100 v. Chr.
Wilhelm Schickard wollte die in der Astronomie langwierigen, fehleranfälligen Rechnungen mechanisch erledigen. Im Jahre 1623 ließ er in einer Mechanikerwerkstatt in Tübingen nach seinen Ideen zwei Rechenmaschinen - für sich und für Johannes Kepler - bauen. Der praktische Nutzen der „Rechenuhr“ erscheint fraglich; das Rechnen mit Logarithmen war wohl überlegen. Beide Maschinen verbrannten in der Werkstatt, die Erfindung geriet in Vergessenheit. Die abgebildete Rekonstruktion der Maschine durch Baron von Freytag Löringhoff stammt von 1957. Baujahr: 1957
1678 stellte der französische Uhrmacher René Grillet die „Machine arithmétique“ vor, mit der man  alle vier Grundrechenarten ausführen konnte. Die vornehmlich aus Papier hergestellte Erfindung basierte auf dem Rechnen mit  sogenannten Napier-Stäbchen, die seit 1617 verwendet wurden. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für die Anfänge des mechanischen Rechnens und aus heutiger Sicht um einen Urahnen des Taschenrechners. Baujahr: 1678
Die Vierspezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus den Jahren 1690-1720 war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Funktionstüchtiger Nachbau des einzigen erhaltenen Originals (Niedersächsische Landesbibliothek Hannover) nach Plänen von N. Joachim Lehmann. HNF-Nachbau: 1995
Der umgangssprachlich als „Schachtürke“ bezeichnete Apparat wurde 1769 vom österreichischen Hofbeamten Wolfgang von Kempelen so gebaut, dass beim Zuschauer der Eindruck eines „automatischen Schachspielers“ entstehen sollte. Tatsächlich aber saß im Inneren ein Mensch normaler Größe, der mit Hilfe von Hebeln und Seilzügen den Greifarm steuerte. Magnetisierte Spielfiguren und kleine Magnetstifte an der Unterseite des Spielbrettes ermöglichten es, die Schachzüge von innen zu verfolgen. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2004
Ein Arithmomètre ist eine mechanische Rechenmaschine, die von dem Franzosen Charles Xavier Thomas de Colmar (1785–1870) erfunden wurde. Es ist die erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine der Welt. Mit ihr konnten neben Additionen und Subtraktionen auch durch fortgesetzte Addition bzw. Subtraktion Multiplikationen und Divisionen ausgeführt werden. Die edle Ausführung dieser Rechenmaschine war ein Geschenk an den König von Portugal. Baujahr: ca. 1855
Die Schreibkugel ist die erste in Kleinserie hergestellte Schreibmaschine der Welt. Sie wurde 1865 von dem dänischen Pastor und Taubstummenlehrer Hans Rasmus Johann Malling Hansen entwickelt. Ein prominenter Benutzer der Schreibkugel war der Philosoph Friedrich Nietzsche. Baujahr: ca. 1878
Der Name Morse und die gleichnamigen Zeichen wurden zum Synonym für die  Telegraphie schlechthin. Sein Verfahren der Übertragung von Nachrichten durch Zeichen (kurz, lang, Pause) verhalf dieser Technologie zum Durchbruch. Die wichtigsten Bestandteile dieses Ericsson Morse-Schreibtelegraphen Typ TA 100 zum Empfang einer Nachricht sind ein Elektromagnet, Übertragungskontakte, das Uhrwerk zum Transport des Papierstreifens, ein Farbschreiber und eine Papierführungsrolle. Zum Senden wurde eine Morsetaste benötigt. Baujahr: ca. 1880
Joseph Edmondson erhielt 1883 in England ein 	Patent für eine kreisförmig angeordnete Staffelwalzenmaschine. Er konstruierte sie nach dem Vorbild des „Arithmomètre“ von Thomas de Colmar. Die Rechenmaschine von Edmondson bietet den Vorteil, auf keine bestimmte Stellenzahl beschränkt zu sein, wenn eine Division nicht aufgeht. Baujahr: um 1885
Dieses Gerät ist ein Nachbau der ersten Hollerith-Maschine, die 1890 durch die Benutzung von Lochkarten sehr erfolgreich zur Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. Die Beschleunigung bei der Auszählung des Datenmaterials war enorm. Die Hollerith-Maschine besteht aus einer Kontaktpresse, einem relaisbesetzten Schaltbrett, einer Zählvorrichtung mit 40 Zähluhren und einem Sortierkasten. Trifft eine der Nadeln der Kontaktpresse auf ein Loch in der Lochkarte, so wird ein Stromkreis geschlossen und durch einen elektrischen Impuls der Zeiger einer Zähluhr entsprechend weitergedreht. Zudem öffnet sich das jeweilige Fach des Sortierkastens, in welches die ausgewertete Lochkarte dann per Hand eingelegt werden kann. Funktionsfähiger HNF-Nachbau: 2006
Das Comptometer war die erste mechanische Rechenmaschine, die ausschließlich durch das Drücken von Tasten bedient wurde. Das „Wooden Box Model“ ist eine frühe Volltastatur-Addiermaschine, die von 1886 bis 1904 gebaut wurde. Es war laut der Firmenwerbung die erste praktisch verwendbare Addiermaschine der Welt. Baujahr: um 1900
1900 erschien mit der »Underwood No. 5« die klassische Form der Schreibmaschine (sichtbare Schrift, Groß- und Kleinschreibung, eingebauter Tabulator), die für alle nachfolgenden Maschinen weltweit den Standard setzte bis zur Ablösung  durch die IBM-Kugelkopfmaschinen und letztlich den PC. Baujahr: 1915
Dieses sehr kompakte Tischtelefon mit seinem eigenwilligen Design wurde in Bayern seiner Form wegen auch „Pferdefuß“ genannt. Es war als Standard-Wählapparat nur in Bayern amtlich zugelassen. In Preußen bezeichnete man den Apparat übrigens als „Kuhfuß“. Baujahr: ab 1925
1879 meldeten die Gebrüder Ritty in den USA die erste Registrierkasse zum Patent an. 1884 erwarb der Geschäftsmann John H. Patterson die Rechte für die Herstellung von Kassen und gründete in Dayton, Ohio, die National Cash Register Company. Die 400er Modellreihe von NCR gehörte zu den Standardkassen dieser Zeit. Sie zählten zu den stabilsten Exemplaren und wurden bevorzugt im Einzelhandel eingesetzt. Das Model 422 ist eine 5-reihige Tastenkasse mit 42 Tasten. Die Indikatoren sind in Englisch, die Beträge werden in Pound und Pence angezeigt. Baujahr: 1910
Bei der Kryha Liliput handelt es sich um ein sehr seltenes Chiffriergerät im Taschenuhrformat. Die Chiffrierung geschieht durch unregelmäßige Fortschaltung der inneren Chiffrierscheibe mit dem Kugelhebel gegen den äußeren ebenfalls mit Zahlen und Buchstaben beschrifteten Ring. Die kommerziell erfolgreichen Geräte von Kryha waren allerdings kryptographisch schwach, da die Schlüssel in der Regel nur eine kurze Periodenlänge besaßen. Die Kryha Liliput war kryptographisch kompatibel  mit ihrer großen „Schwester“, der Kryha Standard. Baujahr: um 1926
Die legendäre Enigma-Chiffriermaschine wurde in den frühen 1920er Jahren von dem deutschen Ingenieur Artur Scherbius in Berlin entwickelt und zunächst für kommerzielle Zwecke vermarktet. Die Maschine besitzt 3 Rotoren, von denen jeder eine individuelle Vertauschung des Alphabets erzeugt. Durch Hintereinanderschaltung der Rotoren und die zusätzliche Verwendung eines Steckerbrettes wurde eine sehr komplexe Verwürfelung der Ausgangsnachricht erzeugt. Baujahr: ca. 1942
Der Geheimschreiber T52 e war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Verschlüsselungsmaschine für Funkfernschreiben. Er kam aufgrund von Größe und Gewicht jedoch nur stationär zum Einsatz. Im Gegensatz zur Enigma erfolgte die Ver- und Entschlüsselung einer Nachricht automatisch. Mit solch einem Gerät wurden am 20. Juli 1944 die verschlüsselten Walküre-Befehle der Widerstandsgruppe um Claus von Stauffenberg abgesetzt. Baujahr: 1942
Der erste funktionsfähige elektronische Computer ENIAC bestand aus 40 Schränken mit fast 18.000 Röhren. Die US Army gab 1943 J. Presper Eckert und John W. Mauchly den Auftrag, einen Röhrenrechner zu bauen. An der Moore School of Electronics in Philadelphia entwickelten die jungen Wissenschaftler die Maschine, die tausend mal schneller war als mechanische Rechner. Rechenaufgaben, deren Lösung bisher ein Jahr erforderten, ließen sich damit innerhalb von acht Stunden bewältigen. Der Auftraggeber benötigte die hohe Rechenleistung um Einstellwerte für Artilleriegeschütze zu ermitteln. Mauchly wollte die hohe Geschwindigkeit einsetzen, um präzisere Wettervorhersagen machen zu können. Die Erfinder bauten daher eine „Universalmaschine“. Baujahr: 1946
Die Geschichte der IBM in Deutschland begann 1910 mit der Gründung der DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) in Berlin. 1949 wurde sie in IBM Deutschland GmbH umbenannt und nach Böblingen verlegt. Die Tabelliermaschine D 11, die ab 1935 gebaut wurde, war die erste deutsche Maschine dieser Art. Sie wurde zur Auswertung von Lochkarten verwendet und war das Herzstück vieler sogenannter Hollerith-Abteilungen, die die Karten einlas, zählte, rechnete und druckte. Die Maschine ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Lochkartentechnik und wurde bis 1960, zuletzt als IBM D11 Type 450, vertrieben. Die Verkaufszahlen der D 11 bewegen sich insgesamt bei ca. 1.100 verkauften Exemplaren. Baujahr: Zwischen 1949 und 1960
Anfangs wurden Telefongespräche manuell vermittelt („Fräulein vom Amt“). Die nächste Entwicklungsstufe war die Einführung automatischer Vermittlungsstellen, früher „Selbstanschlussamt“ genannt, die Vermittlung erfolgte in Fernsprechämtern. Eine Ortsvermittlungsstelle stellt die Verbindungen zwischen den Teilnehmern eines Ortsnetzes her. Sie schalten ein analoges elektrisches Signal über elektromechanische Baugruppen. Wählt der Teilnehmer als erste Ziffer die Null, wird er zum Fernamt durchgestellt. Das hier ausgestellte elektromechanische System war bis 1994 in Hagen-Eilpe im Einsatz, bevor es durch ein digitales Vermittlungssystem abgelöst wurde.
Der Tischfernsprecher W48 (Wählfernsprecher 1948) wurde von der Firma Siemens & Halske seit 1948 für die Deutsche Post in den westlichen Besatzungszonen entwickelt und in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Baujahr: 1954
Dieses ist der erste Rechner, den Heinz Nixdorf ab Juli 1952 in 15-monatiger Arbeit entwickelte. Es handelt sich um einen Elektronenrechner auf Röhrenbasis. Er ist ein speziell für die Materialverwaltung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (RWE) gebautes Einzelstück und arbeitete als Zusatzgerät zu einer Remington-Rand Tabelliermaschine, deren mechanische Rechenweise durch die wesentlich schnellere Elektronik ersetzt wurde. Baujahr: 1953
Die Buchungsmaschine Exacta-Continental 6000  bildete den Höhepunkt der elektromechanischen Bürotechnik. Damit ließen sich alle Aufgaben der Buchhaltung komfortabel bearbeiten. Die optional erhältliche elektronische Multiplikationseinheit Multitronic, gefertigt von Heinz Nixdorfs Labor für Impulstechnik, leitete ab 1958 eine neue Etappe in der Datenverarbeitung ein. Baujahr: um 1958
Die Zuse Z 11 war der erste programmgesteuerte Relaisrechner der ZUSE KG, der serienmäßig für mathematische Berechnungen hergestellt wurde. Mit ihren fest verdrahteten Programmen war sie für vermessungstechnische Aufgaben konzipiert. Sie bildete das Ende der Entwicklungsreihe der elektromechanisch gesteuerten Rechenanlagen. Als binäre Schaltelemente enthielt sie Relais, die zwar langsamer waren als Röhren, aber dafür zuverlässiger, langlebiger und billiger. Baujahr: 1958
Die Curta ist die einzige mechanische Rechenmaschine im Taschenformat, die alle vier Grundrechenarten beherrscht. Erfinder dieses feinmechanischen Meisterwerks war Curt Herzstark (1902-1988) aus Österreich. Baujahr: um 1965
Die Anita war der erste elektronische Tischrechner auf Röhrenbasis. Die Vorteile gegenüber mechanischen Maschinen lagen in der völligen Geräuschlosigkeit, dem höheren Rechentempo und der Wartungsfreiheit. Die Verwendung von Röhren in Tischrechnern war jedoch nicht die optimale technische Lösung. Sie haben einen hohen Stromverbrauch, sind relativ anfällig und aufwendig in der Herstellung. Deshalb blieb die Technik der Anita einmalig. Erst der Einsatz von Transistoren bei Tischrechnern seit 1964 machte den Weg für eine Massenproduktion dieser Geräte frei. Baujahr: 1961
Das Setzen der zu druckenden Texte war besonders zeitraubende Handarbeit. Die 1886 patentierte Linotype-Maschine mechanisierte das Setzen und Gießen der Lettern. Der Setzer arbeitet an einer Tastatur. Drückt er eine Taste, fällt aus einem Magazin die Gießform des gewählten Buchstabens. Alle Gießformen werden nun aneinandergereiht, bis eine Zeile ausgefüllt ist; dann werden die Wortzwischenräume automatisch ausgeglichen. Die aneinandergereihten Letterngießformen werden nun mit flüssigem Blei ausgefüllt. Nach dem Abkühlen ist eine ganze Zeile fertig gegossen: „A LINE Of TYPES“. Baujahr: 1962
Im Rahmen der „sozialistischen Bruderhilfe“ bekam der VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt Anfang der 1950er Jahre den Auftrag, eine Schreibmaschine für China zu entwickeln. Die Erfurter Konstrukteure nahmen die erstmalig 1917 von der Nippon Typewriter Co. Ltd., Tokio, verkaufte Typenkasten-Schreibmaschine zum Vorbild. 1953 erschien die „Optima, chinesisch“. In der Folgezeit übernahm die chinesische Fahrradfabrik Fliegende Taube die Fertigung. In zwei Varianten wurde die Maschine unter dem Markenzeichen Fliegende Taube bis Ende 1992 in China hergestellt. Baujahr: 1992
Dieser Computer stammt aus der Gemini II-Mission. Er war am 19. Januar 1965 auf einem unbemannten Flug im All. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung. Die Gemini-Missionen erprobten ab 1963 Kopplungsmanöver der Raumkapseln im All. Sicheres und zielgenaues Manövrieren konnte nur mit Hilfe des Computers gelingen. IBM erhielt den Auftrag zur Entwicklung des Bordrechners für 26,6 Millionen Dollar. Das Gerät hatte erstmals einen Kernspeicher, der Daten beim Auslesen nicht zerstörte. Es ist außerdem der erste Computer von IBM, der ganz mit Siliziumtransistoren bestückt  war. Der Rechner funktionierte störungsfrei. Baujahr: um 1964
Im Jahre 1965 wurde von der Digital Equipment Corporation die PDP-8 vorgestellt. Das markiert den Beginn der Ära der Minicomputer. Für nur 18.200 Dollar erhielt man einen Universalrechner, robust genug für den Einsatz in Produktion und Labor. In zehn Jahren wurden etwa 10.000 Stück verkauft; der Preis für eine PDP-8 betrug im Jahr 1975 nur noch 2.600 Dollar. Verschiedene Hersteller erkannten den neuen Markt: Nach dem Vorbild der PDP-8 bauten sie Rechner für den Einsatz in der Prozess- und Fertigungstechnik und zur Steuerung von Experimenten in der Forschung. 1975 boten allein auf dem westdeutschen Markt mehr als 30 Unternehmen Minicomputer an. Baujahr: 1965
1964 wurde im Hause Nixdorf die Elektronik für einen Tischrechner des Büromaschinenherstellers Wanderer entwickelt und später für diesen in Lizenz gebaut. Auf der Hannover Messe 1965 wurde die „Wanderer Conti“ erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Es war weltweit der erste mit einem Druckwerk ausgestattete, vollelektronische Tischrechner. Vom Konzept her war der Vierspeziesrechner ein echter Computer mit Rechenwerk, Magnetkernspeicher, Ausgabedrucker und fest gefädeltem Programmspeicher. Mit diesem Tischrechner gelang Nixdorf 1968 der Einstieg in den amerikanischen Markt, als die Victor Comptometer Corporation in Chicago Conti-Rechner im Wert von 100 Millionen DM orderte. Baujahr: 1966
Die Olivetti Valentine ist eine mechanische Schreibmaschine, die in erster Linie durch ihr außergewöhnliches Design besticht. Sie gilt als Meilenstein des Industriedesigns und ist als Sammlerobjekt begehrt. Baujahr: Anfang der 1970er Jahre
Die Basis des großen Nixdorf-Erfolges bildeten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vor allem die Computer der Systemreihe 820. Sie waren universelle Rechner für Unternehmen jeder Größenordnung und durch ihren modularen Aufbau und die konsequente Anwendung des Baukastensystems für nahezu alle Anwendungsgebiete einsetzbar. Baujahr: 1974
Canon Canola Pocketronic, Sanyo ICC-82D, Sharp EL-8: Die ersten elektronischen Rechner im Taschenformat mit Batteriebetrieb - also die ersten Taschenrechner - wurden 1970 beinahe zeitgleich von den japanischen Firmen Sanyo, Sharp und Canon herausgebracht. Das Herz dieser ersten Taschenrechner - der Mikrochip - stammte allerdings von US-Firmen wie Texas Instruments und Rockwell. Texas Instruments hatte bereits 1967 den ersten Prototypen eines Taschenrechners entwickelt. Doch sollte dieser Cal Tech lediglich die Leistungsfähigkeit des neuen Chips demonstrieren. Er wurde nie in Serie gebaut. Die enormen Verkaufsmöglichkeiten von Taschenrechnern wurden noch nicht erkannt, zumal die Herstellung zu teuer war. Aus diesem Grund verkaufte Texas Instruments die technische Konstruktion des Cal Tech an Canon. Erst 1972 brachte Texas Instruments einen eigenen Taschenrechner auf den Markt. Baujahr: 1970
Mit der Spielekonsole Odyssey wurde der Grundstein für die Videospiel-Ära gelegt. Es war der deutschstämmige US-Ingenieur Ralph Baer, der 1966 ein Ping-Pong ähnliches Spiel zum Patent anmeldete, das ihm 1968 schließlich auch erteilt wurde. Erst 1972 wurde es von der Firma Magnavox mittels einer Spielekonsole vertrieben. Aufgrund schlechter Vermarktung war das Telespiel zwar kein kommerzieller Flop, aber auch kein überragender finanzieller Erfolg. Baujahr: 1972
Der HP 35 war der erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner der Welt. Für trigonometrische und exponentielle Rechenfunktionen war man vorher noch auf Rechenschieber oder Logarithmentafeln als Hilfsmittel angewiesen. Die schon vorhandenen Taschenrechner beherrschten nur die vier Grundrechenarten. Der Verkaufspreis lag 1972 bei ca. 2.000 DM. Baujahr: 1972
Der Kopiergerätehersteller Xerox gründete 1970 ein Forschungszentrum in Palo Alto: PARC. Hier entstand der Xerox Alto, eine Vorbild für viele heute selbstverständliche PC-Technologien. Der Alto hatte eine grafische Oberfläche mit Maus, die Vorbild erst für den Macintosh, dann für Windows war. Er war voll netzwerkfähig: Das Ethernet war ebenfalls eine Erfindung von Xerox PARC. Viele Alto-Entwickler arbeiteten später an Apples Macintosh. Vom Alto selbst gab es nur etwa 1.000 Exemplare; er war ein Prototyp und kam niemals auf den Markt. Baujahr: 1973
Im Januar 1975 präsentierte die Zeitschrift Popular Electronics den Vorläufer des ersten Personal Computers, den Altair 8800, entwickelt von Ed Roberts und seiner Firma MITS. Er war als Bausatz für 397 US-Dollar erhältlich und damit der erste für Normalverbraucher erschwingliche Computer. Mit ihm begann der Siegeszug des PC. Seinen Namen verdankt er übrigens einer TV-Serie: Die zwölfjährige Tochter des Redakteurs Les Solomon meinte: „Nennt ihn doch Altair. Da fliegt die Enterprise heute Abend hin.“ Baujahr: 1975
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma Apple. Kurze Zeit später präsentierten sie ihren ersten Rechner: den Apple I. Insgesamt wurden nur 200 Apple I-Rechner hergestellt. Jobs und Wozniak montierten sie in der Garage  von Jobs‘ Eltern in Los Altos, Kalifornien, und verkauften sie für 666 US-Dollar. Der Apple I war jedoch nur eine krude Platine. Ein Gehäuse mussten die Benutzer anfertigen, Geräte zur Ein- und Ausgabe von Daten selbst anschließen. Heute existieren weltweit noch ca. 70 Apple I-Rechner. Baujahr: 1976
Der Apple II war der erste „persönliche“ Tischcomputer, der kommerziell am Markt erfolgreich war. Im Gegensatz zum Apple I wurde die Hauptplatine in einem Kunststoff-Gehäuse nebst Tastatur, Bildschirm und Software ausgeliefert. Das Textverarbeitungsprogramm Apple Writer und die Tabellenkalkulations-Software VisiCalc waren die Grundlage für den Erfolg. Mit dem Apple II begann der Aufstieg von Apple zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Baujahr: 1977
Das Rechenzentrum aus dem Sachsenwerk in Dresden ist Teil einer Anlage, die erst 1993 abgeschaltet wurde. Es steht für einen Teil der Rechnergeschichte der DDR und für die Erfolgsgeschichte eines Computersystems. Das Einheitliche System Elektronischer Rechenanlagen ist der funktionale Nachbau eines Rechners der IBM. ESER 1055 ist hard- und softwarekompatibel zur 370/155. Bis in die 1980er-Jahre wurden diese Rechenanlagen gebaut. Baujahr: ca. 1979
Wenn man in den 1960er und 1970er Jahren von Computern sprach, redete man von IBM. Dennoch hätte der Gigant die Revolution der Personal Computer fast verschlafen. Doch im August 1981 präsentierte IBM endlich seinen PC 5150. Das Gerät wurde unmittelbar ein Erfolg und eroberte die Büros. Es kam schließlich von der Computerfirma schlechthin, was auch bei Firmen für Zuversicht sorgte, die den bisher auf dem Markt erhältlichen Modellen nicht trauten. Der IBM-PC, der mit Microsofts Betriebssystem DOS lief, setzte den lange fehlenden Industriestandard. Baujahr: 1984
Als Adam Osborne seine Computerfirma gründete, war er in der schnell wachsenden Homecomputer-Szene bereits durch zahlreiche Bücher und Artikel bekannt. Die Idee, einen tragbaren Computer zu bauen, hatten zwar schon andere vor ihm gehabt, doch sein Modell, der Osborne 1, war das erste auf dem Markt. Verglichen mit heutigen Laptops war der Osborne 1 sehr unhandlich und schwer. Er hatte trotzdem großen Erfolg und wurde beinahe ein Kultgegenstand. Osbornes Firma ging jedoch 1983 in Konkurs. Baujahr: 1983
1982 präsentierte Commodore den C64. Schon zwei Jahre nach seiner Markteinführung brach Commodore mit vier Millionen verkauften Rechnern alle Rekorde. Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen C64 verkauft. Wegen seiner Gehäuseform, wurde der C64 auch als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Baujahr: 1982
Im Jahre 1983 brachte Motorola mit dem Dynatac 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Dieser klobige Urahn der heutigen Handys wog nahezu 750 Gramm und kostete ca. 4.000 US-Dollar. Baujahr: 1983
Am 24. Januar 1984 führte Apple den Macintosh ein. Der Mac brach mit allem, was bis dahin für PCs als gegeben galt. Jef Raskin, der Vater des Mac, hatte eine Grundidee, als er das Projekt 1979 vorschlug: einen Computer, der sich am Menschen orientiert. Der Mac brachte dem normalen Anwender die grafische Benutzeroberfläche mit Desktop, Maus und Fenstern. Man konnte ihn auspacken, anschalten und benutzen. Im Büro setzte der Mac sich gegen IBM-PCs nicht durch, er wälzte jedoch die gesamte Grafik-Design-Branche um. Baujahr: 1984
Die 2,5 Tonnen schwere Cray-2 war im Jahr 1985 der schnellste Computer der Welt. Sie wurde ausgeliefert als Superrechner mit bis zu 4 Prozessoren, 2 GigaFlops Spitzenleistung, der damals ungeheuren Speichergröße von 2 Gigabytes und einer Spitzentaktzeit von 4,1 ns. Bemerkenswert ist ihr außergewöhnliches Design. Insgesamt wurden 27 Stück dieses Gerätes verkauft. Baujahr: 1985
Mit dem Game Boy gelang Nintendo einer der größten Erfolge der Unternehmensgeschichte. Im schlichten weiß-grau und mit farblosem Bildschirm erscheint 1989 der tragbare Game Boy. Dank robuster Technik und einfacher Bedienung, dazu noch geringer Batterieverbrauch, mausert er sich zur erfolgreichsten Konsole. Zunächst war der Game Boy nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, aber genau das machte auch den großen Erfolg aus. Eine Spielekonsole nicht nur für Hardcore-Spieler, sondern für alle. Gebaut wurde er bis zum Jahr 2002. Insgesamt wurden 120 Millionen Geräte verkauft. Baujahr: ca. 1990
Mit dem Newton versuchte Apple, ein neues revolutionäres Gerät hervorzubringen. Der sogenannte PDA (Private Digital Assistant) zeichnete sich durch eine lernfähige Handschrifterkennung aus; ein mitgelieferter Stylus sollte die Eingabe kinderleicht gestalten. Durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm konnten geschriebene Zeichen und Worte direkt erkannt werden. Allerdings funktionierte dieses Feature bei der Markteinführung nie wirklich fehlerfrei, was zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führte. Mit dem Wiedereintritt des Firmengründers Steve Jobs wurde das Projekt 1998 gestoppt. Baujahr: 1993
Roboterfußball ist die Herausforderung der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz. Es ist ein Testfeld für den Stand der Wissenschaft und zugleich die Möglichkeit universitärer Ausbildung. Seit 1997 finden jedes Jahr internationale RoboCup-Spiele mit Forschungsteams aus aller Welt in verschiedenen Ligen statt. Dieses Modell entstammt der dritten Generation der Middle-Size League-Roboter des Fraunhofer Instituts. Jeder Roboter hat eigene Sensoren und entscheidet völlig autonom. Sie stehen jedoch untereinander und mit einem Computer über Funk in Verbindung. Baujahr: 1999
Mit dem Roboterhund AIBO schuf der japanische Hersteller Sony eines der vielleicht technisch aufwändigsten Spielzeuge: Akkubetrieb, 18 elektrisch betriebene Gelenke, Mikrofone, Lautsprecher für Pieptöne, Emotionsanzeige, 64-Bit-Prozessor und ein Gleichgewichtssystem, das ihm das Aufstehen ermöglicht. Baujahr: 1999
Lauron bedeutet „LAUfROboter Neuronal gesteuert“. Dieser Laufroboter (hier in der dritten Generation) wurde entwickelt, um stabiles Laufen in unwegsamem Gelände zu erforschen. Seine Lauffunktion entspricht der einer Stabheuschrecke. Jedes Bein reagiert wie bei Reflexen teilweise autonom, auf höherer Ebene werden die Bewegungen koordiniert. Lauron nimmt seine Umgebung selbstständig wahr und kann so den Weg zu einem angegebenen Ziel planen. Während des Laufens kann der Roboter mithilfe von Sensoren mögliche Hindernisse erkennen, um diese entweder zu übersteigen oder zu umgehen. Baujahr: 1999
Dieser Gesichtsroboter der zweiten Generation erfasst über eine Kamera den Gesichtsausdruck des Betrachters, der von einer auf neuronalen Netzen basierenden Software erkannt und interpretiert wird. Aus einem Repertoire von vorprogrammierten Reaktionen wird dann die Mechanik des Roboters in Gang gesetzt und ein passender Gesichtsausdruck erzeugt. Mechanik und Elektronik des Mark II wurden zusätzlich mit einer Silikonhaut umkleidet, um ein möglichst menschliches Robotergesicht zu erhalten. Fumio Hara, Science University of Tokyo, Japan, 2001
Der RoboThespian ist ein humanoider Roboter in Lebensgröße, geschaffen für die öffentliche Vorführung der Interaktion von Mensch und Maschine. Er singt nicht nur, sondern er spricht auch Texte und Zitate nach. Die Besucher können aus einer Auswahl einprogrammierter Texte wählen, die das metallene Geschöpf dann gestenreich vorträgt. Baujahr: 2011