01.10.2021

Papierflieger und Gummitwist – Informatik zum Mitmachen

Sonderausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum

Der Computer ist allgegenwärtig, doch wie er genau funktioniert, wissen die Wenigsten. Eine neue Ausstellung im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) vermittelt sogar Kindern, wie ein Computer arbeitet. „Papierflieger und Gummitwist – Informatik zum Mitmachen“ ist ab Samstag bis zum 16. Oktober 2022 zu sehen und zu erleben.

„Das Thema dieser Ausstellung liegt mir seit Jahren am Herzen“, betonte HNF-Geschäftsführer Dr. Jochen Viehoff zur Eröffnung. „Nun haben wir es geschafft, Kindern ab neun Jahren, Familien und Erwachsenen gleichermaßen die spannende Welt der Informatik spielerisch nahezubringen. Die Ausstellung macht Spaß, bietet enorme Möglichkeiten zum Mitmachen und vermittelt ganz nebenbei Basiswissen zum Computer.“

25 Stationen auf 800 Quadratmetern laden zum Mitmachen ein. „Unseres Wissens ist ‚Papierflieger und Gummitwist‘ die größte interaktive Informatikausstellung überhaupt. In dieser Form hat das noch kein Museum umgesetzt,“ hob Viehoff die Einzigartigkeit des Konzepts hervor. „Die Ausstellung vermittelt die technischen Grundlagen der HNF-Themen und soll neugierig machen auf die Dauerausstellung.“

Informatik zum Mitmachen

Ausgehend von der Idee des „Computer Science unplugged“ kommt die Ausstellung in weiten Teilen ohne aufwändige Technik aus. Vieles ist aus Holz gefertigt. Andere Elemente erfordern sportliche Betätigung und wiederum andere holen die Kinder in ihrer elektronischen Erfahrungswelt ab. Allen Stationen gemeinsam ist, dass die Besucher spielerisch erleben, wie die Welt aus Nullen und Einsen funktioniert.

Wie rechnet der Computer? Wie verarbeitet er Daten, wie speichert er und auf welcher technischen Basis arbeitet er? Die Ausstellung erläutert anschaulich das Binärsystem von Null und Eins, erläutert das logische Prinzip von UND, ODER, NICHT und führt auf vielfältige Art und Weise vor, was ein Algorithmus, ein Befehl oder eine Schleife sind, ohne die ein Computer nicht auskommt.

Vielfältige Stationen

Zu den Herausforderungen gehört es für die Besucher, einen Papierflieger zu falten – der anschließend von einer Rampe startet – und einer Sprungfolge beim Gummitwist zu folgen. Beides sind Beispiele aus dem Alltag für einen Algorithmus, eine Befehlsfolge, nach der auch der Computer arbeitet.

An einer inszenierten Eisbude geht es um UND, ODER, NICHT: Eine Waffel oder einen Becher, Vanille und Schoko? So wird bei der Auswahl einer Portion Eis deutlich, wie das Prinzip funktioniert.

Das Sortieren ist anhand eines Sortierteppichs umgesetzt, bei dem sich bis zu sechs Personen in fünf Schritten ordnen. Ein Sockenpuzzle verdeutlich, wie der Computer sucht.

Ein Bereich widmet sich der Frage, wie aus einzelnen Bildern Filme werden und wie ein digitales Bild aufgebaut ist, indem die Besucher Pixelbilder erstellen. Die „Wundertrommel“ zeigt, wie aus Einzelbildern eine Bewegung entsteht. Mit einer Auswahl an Spielfiguren, Requisiten und Hintergründen entstehen eigene Trickfilm-Szenen in 2D- oder 3D-Optik.

Mithilfe von Holzstäben wird deutlich, wie ein Buchstabe in Nullen und Einsen dargestellt wird. An einem Binärrechner lässt sich mit Nullen und Einsen addieren. Eine Speicherkommode kann von den Besuchern mit farbigen Würfeln gefüllt werden. Damit wird greifbar, wie der Computer speichert und auf Informationen zugreift.

Ein anderes Thema ist die Verschlüsselung von Nachrichten. Wer selbst eine geheime Botschaft senden möchte, kann sie per Rohrpost durch die Ausstellung schicken. Doch da sie abgefangen werden kann, sollte die Botschaft vorher verschlüsselt werden.

Selbst gemalte Fische werden auf einem großen Bildschirm „lebendig“. Sie schwimmen in einem animierten 3D-Aquarium und lassen sich mit Handbewegungen steuern.

Zahlreiche Spieltische laden zum ausgiebigen Rätseln und Knobeln ein, sodass zeitgleich bis zu 80 Personen in der gesamten Ausstellung einen Platz finden, wo sie aktiv sein können.

Den Abschluss bildet das aus der Ausstellung „Aufbruch ins All“ bekannte Raumfahrtmodul, das umgebaut wurde. Unter dem Titel „Play in Space“ ist ein Spielplatz für Kinder entstanden, der beliebte Spiele anbietet, ohne dass ein Bildschirm genutzt wird.

Eröffnungstag

Am Samstag, 2. Oktober ist von 10 bis 18 Uhr nicht nur die neue Ausstellung, sondern das gesamte HNF bei freiem Eintritt zu besichtigen. Eine Stempelrallye führt Kinder durch das Museum, als Belohnung wartet ein Eis. An diesem Eröffnungstag gilt im HNF die 3G-Regel!

„Papierflieger und Gummitwist“ ist von den HNF-Mitarbeiter/innen Frauke Elbracht, Kirsten Heyn und Michael Mikolajczak konzipiert und geplant worden. Von der ersten Idee bis zur Eröffnung vergingen etwa anderthalb Jahre.

Begleitprogramm

Begleitend zur Sonderausstellung bietet das HNF fünf unterschiedliche museumspädagogische Veranstaltungen an. Die Workshops richten sich an Gruppen von Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis fünfzehn Jahren, die unter sachkundiger Begleitung den Themen der Ausstellung auf den Grund gehen.

25 Jahre HNF

Die Ausstellung ist Teil der vielfältigen Aktivitäten zum 25-jährigen Jubiläum des HNF, das Bundeskanzler Helmut Kohl am 24. Oktober 1996 eröffnete. Ab dem 14. Oktober werden die Besucher des Museums in einem komplett neuen Eingangsbereich empfangen. Dann sind auch zwei spektakuläre funktionsfähige Nachbauten zu erleben, die Theseus-Maus von Claude Shannon und der Elektronensaldierer ES 24 von Heinz Nixdorf. Zudem gibt es einen neuen 260-seitigen Museumsführer. Ab dem 24. Oktober ist die Sonderausstellung „Best of HNF“ zu sehen, die 25 Jahre HNF in einer kunterbunten Jahrmarktschau präsentiert. Ein Open Day am 24. Oktober und ein Familientag mit einem großen Programm am 21. November runden das Angebot zum Jubiläum ab.

Weitere Informationen:
www.hnf.de/papierflieger und www.hnf.de/hnf25

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