24.10.2012

Liebesbriefe vom Automaten

9. Etappe der Ausstellung "Genial & Geheim" im Heinz Nixdorf MuseumsForum

 

Bereits Anfang der 1950er Jahre schrieb der britische Programmierer Christopher Strachey ein Programm, das keine Formeln berechnete oder Raketen steuerte, sondern Liebesbriefe erzeugte. Das Programm lief auf der Ferranti Mark I, einem frühen englischen Computer, dessen Programmierhandbuch Alan Turing geschrieben hatte.

Lange in Vergessenheit geraten, entdeckte der Kölner Künstler und Wissenschaftler David Link das Kuriosum aus der Frühzeit der Computerentwicklung wieder und rekonstruierte den Rechner als funktionstüchtigen interaktiven Nachbau. So produziert seine Installation "LoveLetters_1.0" vom 24. Oktober bis zum 18. November im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn Liebesbriefe unter Mitwirkung der Besucher.

Bei der historischen Mark I wurden Befehle zwar noch von Lochstreifen eingelesen, als Hauptspeicher traten jedoch erstmals Fernsehröhren in Erscheinung. So ist auch das Werk von Link geprägt von grün schimmernden Röhren und einem altmodisch anmutenden Bedienpult.

Bereits auf der diesjährigen Documenta in Kassel war "LoveLetters" zu sehen. Im HNF bildet es den Kern der neunten Etappe der Sonderausstellung "Genial & Geheim. Alan Turing in 10 Etappen", die sich dem Leben und Werk des bedeutenden britischen Mathematikers und Computerpioniers widmet, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Der Eintritt ist frei.

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