12.01.2012

Genial & Geheim – Alan Turing in 10 Etappen

10.01.2012

Ausstellung im HNF vom 11. Januar bis 16. Dezember 2012

 

 

Er ist einer der bedeutendsten Computerpioniere. Seine Arbeiten haben wesentlich zur Entschlüsselung der deutschen Enigma-Funknachrichten beigetragen und damit besonderen Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Weltkriegs genommen, doch sein Name ist außerhalb der Computerszene weitgehend unbekannt: Alan Turing.

 

Die Ausstellung „Genial & Geheim – Alan Turing in 10 Etappen“ im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum will nun vom 11. Januar bis zum 16. Dezember die Leistungen und das Leben des englischen Genies einem breiten Publikum vorstellen. Anlass ist der 100. Geburtstag Turings, der am 23. Juni 1912 in London geboren wurde. Am 7. Juni 1954 beging er mit einem vergifteten Apfel Selbstmord. Dazwischen lag ein Leben voller genialer Leistungen und tragischer persönlicher Entwicklungen.

 

„Genial & Geheim“ konzentriert sich auf die Leistungen Turings bei der Enigma-Entschlüsselung und seine grundlegenden Arbeiten als Computerpionier, beleuchtet aber auch seine Ausführungen zur Künstlichen Intelligenz und zur Musterbildung in der Natur sowie die Tragödie seines Todes und seinen Nachruhm.

 

Die Ausstellung ist erstmals in Etappen aufgebaut. In monatlich aufeinanderfolgenden Inszenierungen werden die zehn Themen dargestellt. Start ist am 11. Januar mit dem Bereich „Enigma und die Atlantikschlacht“. Hauptattraktion wird dann das Originalmodell eines Unterseeboots aus dem Film „Das Boot“ sein, mit dem vor allem die Unterwasseraufnahmen gefilmt wurden. Aber auch eine 4-Walzen-Enigma und Funkgeräte des Zweiten Weltkriegs sind zu sehen.

 

Am 14. Februar folgt der nächste Abschnitt mit Objekten und Darstellungen zu den „Codebrechern von Bletchley Park“, der geheimen englischen Zentrale für Kryptographie im Krieg. Die weiteren Themen werden ebenfalls etwa einen Monat lang gezeigt bis zum Ausstellungsende am 16. Dezember 2012.

 

„Durch das mehrteilige Ausstellungsformat können wir unseren Besuchern das ganze Jahr Alan Turing präsentieren“, begründete HNF-Geschäftsführer und Projektleiter Norbert Ryska das ungewöhnliche Format bei der Eröffnung von „Genial & Geheim“. „Nur so war es uns möglich, bedeutende und begehrte Leihgaben aus dem In- und Ausland wie vom US-Geheimdienst NSA, aus Bletchley Park von IBM oder der Deutschen Marine zu bekommen. Es lohnt sich also 2012 noch mehr, öfters ins HNF zu kommen.“

 

Die Ausstellung wird in einem eigens konstruierten Pavillon im Foyer gezeigt. Neben den technisch-wissenschaftlichen Exponaten werden auch künstlerische Installationen Alan Turings Werke und Gedanken beleuchten. „Wir würdigen Alan Turing mit einer Serie von Inszenierungen, weil er ein universeller Vordenker des digitalen Zeitalters und eine außergewöhnliche Persönlichkeit war“, umreißt Ryska die Konzeption der Ausstellung.

 

Durch Turings Schaffen ergeben sich auch überraschende Zugänge zur Dauerausstellung des HNF. Diese werden durch eine spezielle Turing-Führung und Schüler-Workshops erschlossen, sodass die Sonderausstellung eine gute Überleitung in das weltgrößte Computermuseum bildet, in dem bereits seit der Eröffnung 1996 Turing ein eigenes Kabinett in der Galerie der Pioniere gewidmet ist.

 

„Genial & Geheim“ ist Teil der vielfältigen internationalen Aktivitäten zum Turing-Jahr 2012. Während Turing in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist, wird er nicht nur in seiner Heimat Großbritannien, sondern auch in Israel, Brasilien, Russland und vielen anderen Ländern gewürdigt. Die Ausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum ist die einzige neben der im Science Museum London. Ansonsten werden sich vor allem Tagungen und Kongresse Turing widmen. Aber auch Hollywood hat die faszinierende Persönlichkeit entdeckt. Noch in diesem Jahr soll ein Film mit Leonardo DiCaprio als Alan Turing auf die Leinwand kommen.

 

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des HNF zu sehen: dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr.

 

Der Eintritt ist frei.

 

Weitere Informationen unter www.hnf.de.

 

 

Ausstellungsthemen und ausgewählte Exponate:

11.1.-12.2.2012 Enigma und die Atlantikschlacht (Enigma, U-Boot-Modell, Funkgeräte)

 

15.2.-11.3.2012 Die Codebrecher von Bletchley Park (Enigma, Bombe-Drum, Walzenmodell)

 

14.3.-8.4.2012 Der Turing-Test (Hirnmodell, Turing-Test-Terminal)

 

11.4.-6.5.2012 Von Turochamp bis Deep Blue (Deep Blue Board, Turing Engine)

 

9.5.-8.7.2012 Die Geschichte der intelligenten Maschinen (RoboThespian)

 

28.7.-26.8.2012 Die Turing-Maschine (Funktionsmodell, Historische Turing-Maschine)

 

29.8.-23.9.2012 Musterbildung in der Natur („Interactive Plant Growing“)

 

26.9.-21.10.2012 Der ACE-Computer (Laufzeitspeicher UNIVAC, ACE)

 

24.10.-18.11.2012 Liebesbriefe vom Automaten (Installation von David Link)

 

21.11.-16.12.2012 Tragödie und Nachruhm (Turing-Award)

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