08.12.2007

Fahren ohne Fahrer

09.12.2007-24.01.2008

Foyerausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum

 

Was wie Zukunftsmusik klingt, ist bereits Realität: Autos fahren ohne Fahrer. Das Heinz Nixdorf MuseumsForum zeigt vom 9. Dezember bis 24. Januar zwei Modelle, die ohne Fahrer hinter dem Lenkrad auskommen.

 

Der VW Touareg „Stanley“ hat Technikgeschichte geschrieben und als erstes Auto vor zwei Jahren die „Grand Challenge“ gewonnen, ein Rennen für fahrerlose Fahrzeuge in den USA. 23 Autos und Motorräder waren am Start, weniger als ein Viertel erreichte nach 220 Kilometern durch die Mojave-Wüste das Ziel. Der von der Stanford University und VW entwickelte Stanley siegte nach sechs Stunden und 54 Minuten Fahrzeit.

 

Als zweites Auto präsentiert das HNF den Golf GTI 53+1, dessen Name auf die Startnummer des berühmten Filmkäfers Herbie verweist. Er ist in der Lage, einen Hütchenparcours ohne Fahrer schneller zu fahren als mit. Auch ein guter Rennfahrer kann den 200 PS starken Wagen kaum schlagen. Dazu muss der Golf erst im Schritttempo den Parcours abfahren. Dabei erfasst ein Laserscanner die Pylone und damit den Rundkurs. Eine spezielle Software berechnet die Ideallinie. Mithilfe einer elektromechanischen Servolenkung, eines elektronischen Gaspedals und von ESP rast das Auto daraufhin wie auf Schienen durch den Parcours.

 

Während der GTI auf Hindernisse nicht reagieren kann, ist Stanley in der Lage durch ein für ihn völlig fremdes Gelände zu fahren, allerdings in erheblich geringerer Geschwindigkeit. GPS und zahlreiche Sensoren scannen die Umgebung und lenken das Fahrzeug wie von Geisterhand. Die besten Nachfolger von Stanley haben bei der von der US-Militärforschungsbehörde Darpa organisierten Urban Challenge in diesem Jahr bereits einen Stadtkurs bewältigt. Dort haben sich die Roboterautos selbstständig im laufenden Verkehr bewegt, bis auf zwei kleine Kollisionen unfallfrei.

 

Beide PKW im HNF sind mit modernsten Sensoren und Assistenzsystemen ausgestattet, die zukünftig auch in Serienfahrzeugen Einzug halten sollen. Dabei geht es den Entwicklern jedoch nicht darum, den Fahrer zu ersetzen. Assistenzsysteme könnten das Fahren jedoch sicherer machen und im Notfall bremsen oder einem Hindernis ausweichen. Volkswagen möchte mit dem GTT 51+1 zudem exakt reproduzierbare Testfahrten durchführen, wie sie menschliche Fahrer nicht erreichen können.

 

Der Golf ist mit einer MicroAutoBox des Paderborner Unternehmens dSPACE ausgestattet, die auch im HNF zu sehen ist. Sie berechnet alle eingehenden Signale und gibt sie an Lenkung, Gaspedal und Bremsen weiter. Die Besucher können zudem in zwei Videos die Fahrten der beiden Autos verfolgen.

 

Die Ausstellung wird am 9. Dezember mit einem Weihnachtsmarkt eröffnet. Von 10-18 Uhr bietet das HNF an diesem Tag ein buntes Programm für die ganze Familie.

 

Der Eintritt zum Weihnachtsmarkt und zur Ausstellung ist frei.

 

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