21.08.2015

Ein Roboter in Menschengestalt

Sie spricht, reagiert auf die Bewegungen ihres Gegenüber und sieht aus wie eine Dame mittleren Alters: Doch Nadine ist kein Mensch, sondern ein Roboter und begrüßt ab dem 2. September die Besucher in der Ausstellung "Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte" im Heinz Nixdorf MuseumsForum.

Nadine gehört zu den wenigen Robotern weltweit, die nach menschlichem Vorbild gestaltet sind. Gesicht und Hände hat die japanische Firma Kokoro nach Abdrücken der Professorin Nadia Magnenat-Thalmann gefertigt.

Die Wissenschaftlerin forscht in ihren Instituten in Genf und Singapur zu Mimik und Gestik von Robotern. Bereits 1982 gestaltete sie einen computeranimierten Film, in dem sich die virtuellen Figuren Marilyn Monroe und Humphrey Bogart zu einem Rendezvous trafen. Die langjährigen Forschungen sind in Nadine eingeflossen, die nicht nur spricht, sondern auch auf die Bewegungen der Besucher reagiert. Beeindruckend ist vor allem Nadines Ähnlichkeit mit ihrem menschlichen Vorbild.

Nadine erkennt Sprache und Aktionen von Menschen, etwa wer in einer Gruppe gerade spricht und welche Emotionen er oder sie zeigt. Luft aus dem Kompressor, Sensoren und eine Software-Steuerung analysieren die Absichten der menschlichen Interaktion, sodass Nadine mit einer geeigneten Auswahl an Verhaltensweisen darauf reagieren kann.

Nadine ist damit eine Hauptattraktion der neuen Ausstellung im HNF, die ausgehend von der ersten Programmiererin Ada Lovelace (1815-1852) die Leistungen von Frauen in der Computergeschichte würdigt. Auf 700 Quadratmetern bietet sie Einblicke in spannende Lebensläufe, technische Entwicklungen und gesellschaftliche Hintergründe vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dabei können die Besucher einiges selbst ausprobieren und erfahren viel über die weibliche Seite der Computergeschichte.

Mehr auf www.hnf.de/adalovelace

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