28.07.2012

Turing-Maschine des HNF (Foto: Jochen Viehoff/HNF)

Die Turing-Maschine

6. Etappe der Ausstellung „Genial & Geheim“

Als Alan Turing 1936 seine grundlegende Arbeit „Über berechenbare Zahlen“ veröffentlichte, beschrieb er ein mathematisches Konzept, das als Turing-Maschine bis heute Bedeutung hat und die Grundlage für den Computer schuf.

In der sechsten Etappe der Sonderausstellung „Genial & Geheim. Alan Turing in 10 Etappen“ vom 28. Juli bis zum 26. August im Heinz Nixdorf MuseumsForum steht die Turing-Maschine im Mittelpunkt der Präsentation. Während Turing die nach ihm benannte Maschine als Konzept auf dem Papier entwickelte, sind im HNF mehrere reale Turing-Maschinen zu sehen.

Ein funktionsfähiges Gerät haben Mitarbeiter des HNF gefertigt. Die Besucher können sie in Betrieb setzen und Aufgaben der vier Grundrechenarten lösen lassen. Eine besondere Attraktion sind die Maschinen aus Münster. Hier bauten in den 1960er Jahren Gisbert Hasenjaeger und Dieter Rödding aus Ersatzteilen der Bundespost heute skurril anmutende Apparate für logische Berechnungen. Diese Turing-Maschinen sind erst durch die Vorbereitungen an der Ausstellung im HNF wieder entdeckt worden und gelten in Fachkreisen als kleine Sensation. Auch zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in Turings Heimat England waren sie bereits zu sehen.

Das Besondere der universellen Turing-Maschine war die damals neuartige Überlegung, dass mit ihr alles, was generell zu berechnen ist, auch von ihr berechnet werden kann. Damit ist die Maschine für völlig unterschiedliche Aufgaben einsetzbar, so wie heute unser Computer: Man kann mit ihm Briefe schreiben, aber auch Mails verschicken oder spielen. Damit schuf Turing das Grundkonzept der Software und der Computerwissenschaft.

Zu seiner Zeit haben allerdings nur wenig Experten seine herausragenden Leistungen erkannt. Von seiner Arbeit aus dem Jahr 1936 haben nur zwei Fachkollegen Exemplare angefordert, darunter Professor Heinrich Scholz aus Münster. Die mit einer Widmung von Alan Turing versehene Schrift wird im HNF ausgestellt.

Die Themen, die der Ausstellungspavillon im Erdgeschoss behandelt, werden in der Dauerausstellung des HNF fortgesetzt. Dort gibt es weitere Themenbereiche zu Software und Informatik.

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