Wilhelm Schickard (1598-1635), Blaise Pascal (1623-1662)

Mit Schickard und Pascal werden zwei Universalgelehrte des 17. Jahrhunderts vorgestellt, die unabhängig voneinander die ersten Rechenmaschinen entwickelten.

Wilhelm Schickard

Der Theologe, Professor für Hebräisch in Tübingen, beschäftigte sich neben den alten Sprachen und der Landvermessung Schwabens auch intensiv mit Mathematik und Astronomie. Für die Problemlösung und Darstellung in diesen Bereichen erdachte er Modelle, die er in detaillierten Schriften und Skizzen festhielt. So konstruierte er neben dem Handplanetarium (um 1632) auch die Rechenstäbchen (um 1630). Seine "Rechenuhr" (1623), die bereits die vier Grundrechenarten bewältigt und über einen Speicher verfügt, ließ er zuerst für den Eigenbedarf bauen. Schickard, der seinen schwäbischen Wirkungskreis nie verließ, pflegte einen ausgeprägten Schriftwechsel mit anderen Gelehrten. So zeigte auch Johannes Kepler Interesse an diesem Hilfsmittel für seine schwierigen Berechnungen der Planetenbahnen. Zum Bau der zweiten Rechenmaschine kam es aber nicht, denn Schickard verstarb bald darauf an der Pest.  

Blaise Pascal

Pascal, der zeitlebens bei schlechter Gesundheit war und bereits mit 39 Jahren starb, setzte sich sowohl mit christlich-philosophischen als auch mit rein naturwissenschaftlichen und mathematischen Problemen auseinander, die er in zahlreichen Schriften niederlegte. Mit 19 Jahren begann er mit der Konstruktion einer Rechenmaschine für seinen Vater, einem Steuereinnehmer, der sich um die exzellente Erziehung seines Sohnes gekümmert hatte.

Pascal ließ seine Rechenmaschine in 50 Exemplaren bauen, von denen heute noch neun existieren. Er verbesserte seine nach ihm benannte "Pascaline" ständig, sodass über Jahrzehnte hinweg fünf- bis zwölfstellige Rechenmaschinen entstanden. Die ersten Pascalinen schenkte er in der Hoffnung auf größere Bekanntheit und Unterstützung bedeutenden Persönlichkeiten, allen voran dem französischen Kanzler sowie der Königin Christine von Schweden. Pascal, der sich zeitweilig in Kreisen des französischen Hofes bewegte, entwickelte aus der Mode des Glücksspiels heraus die Grundzüge der Wahrscheinlichkeitsrechnung.