Computer in den USA - Ein neues Werkzeug für Wissenschaft, Militär und Raumfahrt

Der weite Weg des Computers von einem ständig zu beobachtenden Laboraufbau zu einer Maschine, die jahrelang ohne Aufsicht und Wartung ihren Dienst tun kann, war rasch bewältigt. Ein Grund dafür waren die Anforderungen des Militärs und der Raumfahrt. Ein anderer die rasche Entwicklung der Basistechnologien: hierzu gehören Transistoren und integrierte Schaltkreise, Aufbau- und Verbindungstechnik und die Systematisierung der Techniken des Programmierens.

Der Computer, der im Weltraum war

Die Schauwand "Computer in den USA" zeigt Aspekte dieser Entwicklung. Im Mittelpunkt steht "der Computer, der im Weltraum war": der Bordcomputer aus der Gemini II Mission. Volltransistorisierung und ein spezieller Magnetkernspeicher waren die besonderen Merkmale dieses Spezialrechners aus dem Jahr 1964. Mit den Gemini-Missionen wurden in erster Linie Kopplungsmanöver erprobt, die eine der Voraussetzungen für die Landung eines Menschen auf dem Mond waren.
 
Die "Experimental"-Computer an den Universitäten, die im Auftrag des Militärs nach den Erfahrungen mit dem ENIAC entwickelt wurden, konnten nach der Konzeption John von Neumanns die Programme in den Arbeitsspeicher laden. Höhepunkt dieser Entwicklung war der "Whirlwind" des MIT, von Robert R. Everett und Jay W. Forrester. Wegen dieser Entwicklung erhielt das Team des MIT den Auftrag der Air Force, einen Prototypen für ein automatisches Luftüberwachungssystem zu bauen. Nach dem erfolgreichen Test des TX-0 wurde IBM mit dem Aufbau des Gesamtsystems beauftragt. SAGE war bis Mitte der 1980er Jahre in Betrieb.

Verlässlichkeit ist Trumpf

Die Mondlandung war der Höhepunkt einer zehn Jahre dauernden "nationalen" Anstrengung, die von Präsident Kennedy eingeleitet wurde. Mit der erfolgreichen Beendigung der Mission war der Computer "erwachsen" geworden. Die beteiligten Unternehmen hatten gelernt, verlässliche Maschinen zu bauen, komplexe und zuverlässige Software mit größeren Entwicklungsteams zu entwickeln.
 
Der Computer ist darauf "angewiesen", dass jeder seiner in die Hunderttausende gehenden Schaltkreise stets verlässlich funktioniert. Die wesentlich erhöhte Betriebssicherheit der mit dem IC realisierten Schaltungen macht diesen zum zentralen Bauelement der heutigen Computertechnik.