Mooresches Gesetz - Chip-Pagode im HNF

Mooresches Gesetz
Mooresches Gesetz

Immer leistungsfähiger, immer schneller: Die Entwicklung der Computertechnik geht unverändert mit Riesenschritten voran. Am 19. April 1965 hat der Intel-Mitgründer Gordon Moore diese Gesetzmäßigkeit der Halbleiterindustrie formuliert: Alle zwölf – nach späterer Korrektur Moores – alle 24 Monate verdoppelt sich die Anzahl der Transistoren auf einem Chip. Die kühne Prognose Moores hat sich in den letzten vier Jahrzehnten nicht nur weitgehend bestätigt, sondern ist zu einer Art technologischem Barometer geworden.
 
Anlässlich des Jubiläums hat das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) im April 2005 das Mooresche Gesetz in eine weltweit einmalige Inszenierung umgesetzt: die Chip-Pagode. Sie macht die Dynamik der Mikroelektronik in den letzten 40 Jahren auf eindrucksvolle Weise sichtbar.

Verdopplung der Leistung

Die Verdoppelung der Transistoren pro Chip ist gleichbedeutend mit der jeweiligen Halbierung der Chipfläche bei gleicher Packungsdichte. Diese stetige Flächenminimierung wird im HNF in 20 Stufen sichtbar gemacht – beginnend 1965 mit einer Grundfläche von 270 x 270 Zentimetern, endend in der Gegenwart mit einer Fläche von 3,5 x 3,5 Millimetern. Die einzelnen Stufen der Pagode bestehen aus illuminierten Plexiglasscheiben. Etwa 3.500 LED beleuchten das Objekt, das über 800 Kilogramm wiegt. Begleitet wird die Inszenierung von einer Multimedia-Station mit den wichtigsten Originalpapieren, Daten und Aussagen zum Mooreschen Gesetz.

Grenzen des Gesetzes

Forschern und Entwicklern der Halbleiterindustrie dient das Mooresche Gesetz seit langem als Zielvorgabe, die es unbedingt einzuhalten gilt. So ist das Gesetz zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung geworden. Wie lange das Gesetz noch gültig bleibt, ist allerdings umstritten. Die physikalischen Grenzen der Miniaturisierung werden irgendwann erreicht sein. Doch den 50. Geburtstag wird das Mooresche Gesetz nach Ansicht vieler Experten noch erleben.