Datev - Ein Beispiel zentraler Datenverarbeitung

Grundlage der zentralen Datenverarbeitung ist ein Rechenzentrum. Zu diesem fließen alle Daten, werden dort verarbeitet und gehen dann an den Absender zurück. Eines der größten Rechenzentren in Europa besitzt die Datev, die "Datenverarbeitungsorganisation des steuerberatenden Berufs" in Nürnberg.

Teure elektronische Datenverarbeitung

Das rapide Wachstum der Datenmengen in den Büros der Steuerberater war 1966 Anlass zur Gründung der Datev, einer Genossenschaft unter Führung von Heinz Sebiger mit Sitz in Nürnberg. Ihre Aufgabe sollte es sein, den einzelnen Mitgliedern die damals sehr teure elektronische Datenverarbeitung zugänglich zu machen. Zuerst wurde ein Servicerechenzentrum von IBM genutzt, bevor die Datev 1969 ihr eigenes Rechenzentrum einweihte.
 
Der Steuerberater in seiner Kanzlei erfasste die Daten und sandte sie nach Nürnberg, wo sie im Rechenzentrum verarbeitet und auf Bögen und Formulare gedruckt wurden. Anschließend wurden sie an den Absender zurückgeschickt.

Datenübertragung gestern und heute

Auch wenn das Rechenzentrum heute die gleichen Aufgaben wie damals wahrnimmt: Bei der Erfassung und beim Transport der Daten hat sich vieles verändert. Bis in die 1970er Jahre wurden die Daten mit Olivetti-Buchungsmaschinen auf Lochstreifen erfasst. Diese Lochstreifen gingen per Briefpost nach Nürnberg, wurden auf Magnetbänder übertragen und schließlich als ausgedrucktes Dokument oder Steuerformular an den Steuerberater gesandt. Seit 1974 war es möglich, die Daten per Telefonleitung ins Rechenzentrum zu senden. Neben einem Telefon und einem Modem war dazu eine elektronische Erfassungsmaschine notwendig, die die Daten auf normale Tonbandkassetten speicherte. Nach 22.00 Uhr wurden die Daten dann zum günstigen "Mondscheintarif" zur Datev übertragen.
 
Heute stehen bei den Steuerberatern PCs, und die Datenübertragung nach Nürnberg geschieht über das Internet. Täglich werden im Rechenzentrum 40 Tonnen Papier bedruckt. Aufgrund der Qualität und der Datensicherheit und der Vielfalt der notwendigen Software ist eine zentrale Datenverarbeitung in dieser Branche auch heute noch sinnvoll und erfolgreich.