Die Zukunft der Familie

Die Diskussion um das, was "Familie" für den Einzelnen und für die Gesellschaft bedeutet, erlebt zurzeit eine Renaissance. Es entwickelt sich ein neues Bild und ein neues Verständnis von "Familie". Galt sie traditionell als biologisch konstituiertes Nachkommenschaftsverhältnis von Vater, Mutter und Kind(ern), so kann sie im 21. Jahrhundert auch rechtlich oder sozial bedingt sein, mehrere Generationen, Lebensabschnittspartnerschaften oder nur ein Elternteil umfassen. Zur besseren Strukturierung des öffentlichen Diskurses setzt sich diese Reihe das Ziel, die Besucher über historische und soziologische Zusammenhänge zu informieren und über aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.

Familien im Umbruch: Risiken und Chancen

Datum: Mittwoch 28.09.2005 Beginn: 19:00

Prof. Dr. Helm Stierlin, Heidelberg

Wir erleben heute weltweit Veränderungen in wohl bisher noch nie gekanntem Ausmaß, die sich auf alle Lebensbereiche und so auch auf den Bereich Familie auswirken. Dazu tragen unter vielem anderem die feministische Revolution, die Vermischung der Kulturen und die Schwächung von auch religiös geprägten Strukturen und Traditionen bei, die Eltern helfen können, ihren Kindern Halt und Sinn zu vermitteln. Vor allem zwei problematische Szenarien bilden sich vermehrt aus: Dass Eltern Kinder in einer problematischen Weise an sich binden oder diese Kinder als Last empfinden, sie ausstoßen oder vernachlässigen. Der Vortrag wird zeigen, welche neuen Ressourcen von Familien gerade in der heutigen Umbruchsituation freigesetzt werden können und wie in vielen Fällen sowohl im Bindungsszenarium als auch im Ausstoßungsszenarium Ressourcen zur Wirkung gelangen können, die zu aktivieren die Aufgabe des Familientherapeuten sein kann.

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