Die Zukunft der Familie

Die Diskussion um das, was "Familie" für den Einzelnen und für die Gesellschaft bedeutet, erlebt zurzeit eine Renaissance. Es entwickelt sich ein neues Bild und ein neues Verständnis von "Familie". Galt sie traditionell als biologisch konstituiertes Nachkommenschaftsverhältnis von Vater, Mutter und Kind(ern), so kann sie im 21. Jahrhundert auch rechtlich oder sozial bedingt sein, mehrere Generationen, Lebensabschnittspartnerschaften oder nur ein Elternteil umfassen. Zur besseren Strukturierung des öffentlichen Diskurses setzt sich diese Reihe das Ziel, die Besucher über historische und soziologische Zusammenhänge zu informieren und über aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.

Die drei Revolutionen: Zur Krise der modernen Familie und deren Folgen für die Entwicklung von Solidarität in der gegenwärtigen

Datum: Donnerstag 10.03.2005 Beginn: 19:00

Prof. Dr. Hans Bertram, Humboldt-Universität zu Berlin

Die Veränderungen der Industriegesellschaft hatten erhebliche Konsequenzen für Ehe und Familie. Der Familientypus der Industriegesellschaft, die Versorgerehe, wird in einer postindustriellen Gesellschaft kein Ehe- und Familienmodell darstellen, das die Bevölkerung in großer Mehrheit leben kann. Die kontinuierliche Erwerbstätigkeit ist vermutlich kein Merkmal der zukünftigen Gesellschaft, so dass die darauf gegründete Sicherheit entfällt. Dadurch wurden die Beziehungen des Individuums zu seiner Familie tief greifend verändert, was sich als Übergang von der neolokalen Gattenfamilie mit kleinen Kindern zu einer multi-lokalen Mehrgenerationenfamilie mit lebenslangen Beziehungen zwischen Generationen interpretieren lässt.

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