Rechnen - Geschichte einer Kulturtechnik

Rechnen wurde seit dem Erblühen der ersten Hochkulturen vor etwa 5000 Jahren unentbehrlich für Wirtschaft und Verwaltung. Aber nur wenige beherrschten diese Kulturtechnik, meist waren es Verwaltungsbeamte, Kaufleute und Gelehrte.

Um rechnen zu können, braucht man Zahlen, Zahlwörter und schriftliche Zahlsymbole. In einem langwierigen Entwicklungsprozess entstanden Zahlensysteme, die einfaches Rechnen erlaubten.

Rechenhilfsmittel

Fast alle Völker, die diese Entwicklung durchliefen, benutzen Rechenhilfsmittel von den Fingern bis zum Abakus. Die Ausstellung zeigt verschiedene Arten des Abakus. Im weiteren Sinne gehören dazu auch das mittelalterliche Rechentuch und der Rechentisch. Auf beiden wurde statt mit aufgereihten Kugeln mit frei beweglichen Rechenpfennigen gearbeitet.

Der entscheidende Einschnitt war das Aufkommen der indisch-arabischen Ziffern gegen Ende des Mittelalters. Sie verdrängten allmählich die römischen Zahlen. Erst mit den neuen Zahlendarstellungen war das arithmetische schriftliche Rechnen möglich, das uns heute noch vertraut ist.

Urahnen des Taschenrechners

Ab sofort sind zwei sehr seltene Rechengeräte aus dem 17. und 18. Jahrhundert im Museum zu sehen, darunter eine „Machine arithmétique de Grillet“ von 1678, die ansonsten nur noch in Paris präsentiert wird.

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