Die Produkte der Nixdorf Computer AG

Nixdorf produzierte ab 1952 zunächst elektronische Recheneinheiten für Lochkartenanlagen. Diese ersten Saldierer und Multiplizierer waren noch mit Röhren bestückt. Ab 1960 wurde der Multiplizierer Gamma 172 auch mit Transistoren gebaut.

Frei programmierbarer Kleincomputer

1964 erfolgte mit der Entwicklung eines frei programmierbaren Kleincomputers der Durchbruch für das Unternehmen. Dieses Nixdorf 820 genannte System war in Preis und Leistung auf Klein- und Mittelbetriebe zugeschnitten. Es arbeitete mit Magnetkernspeicher, integrierter Tastatur und einer Schreibmaschine zur Datenausgabe. Das Grundsystem wurde später mit Magnetkonto zur Datenspeicherung, einem Nadeldrucker und einem Modul ausgestattet, das Datenübertragung zu übergeordneten Computern ermöglichte.
 
Nixdorf nahm die technischen Neuerungen der Zeit auf und brachte 1974/1975 mehrere neue Produkte auf den Markt: das Magnetplattensystem 8870 mit mehreren Terminal-Arbeitsplätzen und COMET-Anwendersoftware, das Datensammelsystem 620 zur Datenerfassung am Bildschirm, Computerkassen und ein Bankensystem 8864 mit arbeitsplatzorientierten Schalterterminals.

Geldautomaten

Grundsteine für Nixdorfs Erfolg im Bankengeschäft waren ehrgeizige Projekte, wie das mit der Scandinaviska Enskilda-Bank. Schon 1974 ließ sie ihre Filialen mit Hilfe von 1.100 Nixdorf-Terminals landesweit vernetzen. Ab 1978 wurde die Produktpalette für Geldinstitute um Selbstbedienungssysteme wie Kontoauszugsdrucker und Geldausgabeautomaten erweitert.
 
Unter anderem mit dem COMET-Software-Paket entwickelte Nixdorf sich auch zu einem der größten Softwarehäuser Deutschlands. COMET-Komponenten mit Anpassungen an über 180 Branchen wurden mehr als 100.000 mal verkauft.

Digitales Telefonvermittlungssystem

1981 kam dann mit dem DVS 8818 ein digitales Telefonvermittlungssystem auf den Markt. Es gestattete die Vermittlung von Sprach- und Datenleitungen und erfüllte die neue ISDN-Norm.
 
Weltweit "offene" Standards bestimmten seit den 80er Jahren den Computermarkt. Nixdorf folgte diesem Trend 1985 mit dem universellen System TARGON, das auf dem herstellerunabhängigen Betriebssystem UNIX basierte.