Büromaschinenwerkstatt der 1950er/1960er-Jahre

Zeitgleich mit der Mechanisierung der Bürotechnik entwickelte sich das Handwerk des Büromaschinenmechanikers. Dieses kleine, aber hochspezialisierte Gewerbe erlebte mit dem Erfolg der Elektronik einen grundlegenden Wandel.

Die ersten "Schreibmaschinenmechaniker" wurden in Deutschland bereits vor dem Ersten Weltkrieg ausgebildet. Danach nahm die Zahl der Mechaniker erheblich zu, denn Büromaschinen mussten regelmäßig gewartet und gegebenenfalls repariert werden. Vielfach waren Schreib-, Rechen- oder Buchungsmaschinen über Jahrzehnte im Einsatz.

Meisterschule in Bielefeld

Die Arbeit der Mechaniker erforderte hervorragende feinmechanische Kenntnisse und war hochspezialisiert. Meistens konzentrierten sie sich daher auf bestimmte Marken und Typen. Die Herstellerfirmen schulten die Mechaniker in ihren Werken an den entsprechenden Maschinen. Den Meistertitel konnten die Gesellen bis 1990 in der einzigen deutschen Meisterschule in Bielefeld erwerben.

Neue Herausforderungen

1968 gab es in der Bundesrepublik 7.700 Büromaschinenmechaniker. Die meisten Betriebe waren sehr klein; Ein- bis Zwei-Mann-Werkstätten sehr verbreitet. Der Anteil des Handels mit Büromaschinen am Umsatz der Betriebe nahm immer mehr zu. In den 1960er-Jahren betrug er bereits 90%. In dieser Zeit setzte zudem ein bedeutender Wandel ein. Musste sich bis dahin ein guter Mechaniker auch schon sehr gut mit mit elektrischen Schaltungen auskennen, um die elektromechanischen Maschinen zu reparieren, so setzte nun das Zeitalter der Elektronik ein. Neue Geräte beherrschten nach 1970 den Markt (Fotokopierer, Computer, Drucker, Telefaxe u.a.) und erforderten völlig neue Kenntnisse. 1988 wurde schließlich der Beruf des Büromaschinenmechanikers vom Büroinformationselektroniker abgelöst.

In der Ausstellung sind die Maschinen und Geräte zu sehen, wie sie in den 1950 und 1960er-Jahren typisch waren. Sie stammen alle aus einem 1994 geschlossenen Betrieb in Aachen, der bereits 1926 gegründet worden war. Sie vermitteln einen kleinen Eindruck von der Arbeitssituation in einer Büromaschinenwerkstatt, auch wenn eine Originalwerkstatt sicher nicht so klein und sauber ausgesehen hat.