
Computer im Nachkriegsdeutschland - Unternehmen und Erfinder
So waren bei Siemens Mitarbeiter aus der PERM-Entwicklungsgruppe beratend tätig, die SEL engagierte junge Mitarbeiter aus dem Institut von Alwin Walther für ihren Rechner ER 56, und Heinz Billing unterstützte Konrad Zuse beim Entwurf eines leistungsfähigen Trommelspeichers für den Z22-Rechner.
Auch Joachim Lehmann an der Universität Dresden gelang es, seine Eigenentwicklung des Kleinrechners D4a beim Büromaschinenwerk Cellatron in Zella-Mehlis in Serie gehen zu lassen. Schoppe und Faeser in Minden, die sich nach dem Krieg mit mechanischen Integrieranlagen einen Namen gemacht hatten, setzten auf Nachbauten der amerikanischen Firma Librascope. Eine LGP 30 - ein "Kleinrechner" mit Trommelspeicher - ist in der Ausstellung zu besichtigen. Ebenso sind eine ZUSE Z11 und eine ZUSE Z23 sowie Bauteile verschiedener anderer Rechner zu sehen.
Mit der Verbreitung der EDV in den deutschen Unternehmen wuchs der Bedarf nach Beratung. Schon 1958 gründete der Mathematiker Dr. Hans Konrad Schuff in Dortmund den "Mathematischen Beratungs- und Programmierdienst" (mbp). Fast zehn Jahre später begann die wissenschaftliche Ausbildung von Informatikern an den deutschen Hochschulen.



